11 Okt. 42 – Ein paar Worte zu einer kleinen Schönheit
11. Oktober 2026
Ein paar Worte zu einer kleinen Schönheit
Gestern hörte ich in einem Podcast die Worte „Wer Streifenwanzen oder Schwalbenschwänze will, muss Doldenblütler pflanzen.” Streifenwanzen! Ich muss gestehen: Mir war nicht bewusst, dass man die aktiv haben will. So hübsch, wie die aussehen und so zahlreich, wie sie an den Blütenständen der Wilden Möhre herumkrabbelten, konnten sie doch wohl kaum heimisch sein, oder? So explizit habe ich das zwar nie gedacht, aber zugleich auch vermieden, mich näher mit Graphosoma italicum zu beschäftigen – weil ich keine Lust auf eine Enttäuschung hatte. Was, wenn diese schwarz-rot gestreifte Wanze auch eine dieser problematischen invasiven Neuankömmlinge wäre? Es ist ein bisschen peinlich, sich selbst dabei zu ertappen, freiwillig Scheuklappen getragen zu haben, aber ich stehe auf Selbsterkenntnis.
Hier also ein paar Fakten zur Streifenwanze (ua. aus dem NABU-Artenportrait): Sie mag es sonnig und warm und saugt den Saft der reifenden Samen von Doldenblütlern, schadet den Pflanzen dabei aber kaum. Die Larven fressen zudem auch kleine Insekten. Ihre Warnfarbe zeigt an, dass sie nicht besonders schmeckt. Und so hat sie nur wenig natürliche Feinde, vor allem Raubwanzen, große Spinnen und parasitierende Schlupfwespen. Vögel fressen sie meist nur, wenn Nahrung knapp ist, ebenso Igel und Spitzmäuse. Nur Erdkröten sind offenbar nicht so wählerisch: Wenn sie eine Streifenwanze erwischen können, wird sie auch vertilgt.
Heute war ich dann im Garten, um noch mal gezielt nach „meinen” Streifenwanzen zu schauen, doch es war nur noch eine einzige da. →
Alle anderen hatten sich schon in die Laubstreu und andere Winterquartiere verkrümelt.
Dann bis nächstes Jahr!


