07 Juni 37 – Ein Sumpfbeet im Fass
7. Juni 2026
Ein Sumpfbeet im Fass
Gestern habe ich ein neues Naturmodul fertiggstellt, das Sumpfbeet im Fass. Die Idee dazu lieferte der Newsletter von naturdaDB.de, die wiederum von einem Video von Berthold Daubner inspiriert wurde. Hier der Link https://www.youtube.com/watch?v=CSts3OZn_3s
Die Sache geht so: Man nimmt ein Gefäß von mindestens 40 cm Höhe, das unten geschlossen ist, also keine Ablauflöcher hat. Stattdessen setzt man weit oben am Rand ein paar, falls mal allzu viel Regen draufpladdert.
Dann werden zwei größere ausrangierte Blumentöpfe umgedreht reingestellt, in die man ein paar zusätzliche Löcher in den Rand gebohrt hat. Gerade fällt mir auf, dass ich die Löcher so gebohrt habe, dass sie oben sind – verdammt! Unten wäre richtig gewesen. Jedenfalls: Weil sie kein Substrat enthalten, können sie sich komplett mit Wasser füllen und dienen als Reservoir. So muss man auch im Sommer nur alle paar Wochen nachgießen, sagt Berthold im Video. Es wird dort nicht erwähnt, aber ich habe die im Boden der Töpfe befindlichen Ablauflöcher, die dann oben liegen, mit Tonscherben abgedeckt, damit das Substrat nicht dort reinfällt oder reingeschwemmt wird.
Gefüllt wird das Ganze mit einer Mischung aus 40 Prozent Sand, 30 Prozent Blähton oder etwas Ähnlichem zur Auflockerung und 30 Prozent Kompost/Erde.
Für eine arbeitslose Zinkwanne von Kleinanzeigen hatte sowieso nach einem Job gesucht, die ausrangierten Pötte gab es auch, ebenso wie übriggebliebener Sand, Kompost und Erde von anderen Projekten. Zukaufen musste ich nur die dritte Substratkomponente, da habe ich ein Pflanzgranulat genommen. Achtung: Man kann leicht unterschätzen, wie viel Material die Sache verschlingt.
Erste Hürde: Wie mischt man die Zutaten? Ich habe ein Joghurt-Eimerchen genommen und dann pro Fuhre jeweils 4x mit Sand, 3x mit Erde/Kompost und 3x mit Granulat gefüllt und in einem größeren Eimer (10 Liter reichen nicht) von Hand durchgemischt. Inzwischen weiß ich: Soooo gründlich muss man da nicht sein, sobald später das Wasser eingefüllt wird, macht das Gemisch sowieso, was es will.
Das Substrat wird mit etwas Gefälle eingebaut, von fünf nach zwölf Zentimeter bis zum Rand. So können Pfanzen, die nicht ganz so stark überstaut stehen wollen, etwas höher gesetzt werden. Beim Einfüllen des Wassers kam ganz schön Bewegung in die Sache – Erdrutsche sozusagen. Vielleicht wäre es besser gewesen, das Fass so zwei Drittel zu füllen, dann Wasser einlaufen zu lassen und anschließend erst das Finetuning zu machen und zugleich die Pflanzen zu setzen.
↑ Links Fass und Wasserreservoir (Achtung, die Löcher hätten natürlich so gebohrt werden müssen, dass sie unten sind!!!). Rechts mehr zum Substrat.
↓ Links: Die Pflanzen. Rechts: Wasser marsch!
Die gesetzten Pflanzen im höheren Bereich:
- Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegifolium)
- Teufelsabbiss (Succisa pratensis)
Im stärker überstauten Bereich
- Blutweiderich (Lythrum salicaria)
- Mädesüß (Filipendula ulmaria)
- Sumpfdotterblume (Caltha palustris)
- Sumpfvergissmeinicht (Myosotis palustris)
Letzlich ging es aber auch so, ich musste halt ein bisschen nacharbeiten. Zwischen die zwei Bereiche habe ich Wackersteine gelegt, die das Wegschwemmen von Substrat auch aufhalten.
Insgesamt habe ich dann 20 Pflanzen gesetzt, was mir zunächst arg viel erschien, aber dann doch gepasst hat, wie ich finde. Mehr zu den Arten links.
Das Wasser habe ich aus der Regentonne genommen (das Wasser aus der Leitung ist hier sehr kalkhaltig) und nach und nach recht langsam einlaufen lassen, damit das Reservoir sich füllen kann. Es gab etwas Schaum, und das Wasser war recht trüb, aber vermutlich ist das okay. Irgendwann bliebt der Wasserstand stabil, dann habe ich die Sache noch mit zwei dickeren Ästen Totholz ergänzt und fertig.
Update 14. Juni 2026: Wegen meines dusseligen Fehlers mit den falsch gebohrten Löchern habe ich nach dem Post erst noch eine Weile gehadert, dann alles noch mal neu gemacht. Das war ein Akt… Aber sonst hätte der Trick mit dem Wasserreservoir ja nicht funktionieren können. Nun müssen die nächsten Wochen zeigen, wie sich die Sache entwickelt. Oh, mann!
