27 – Bäume beim Frisör
Webseite von Autorin und Journalistin Kirsten Segler. Biografie, Bücher, Artikelauswahl, Kontakt. Aktuelles Projekt zu aktivem Artenschutz.
Journalist, Henri-Nannen-Schule, Biologie, Neurofeedback, Ernährung, Gesundheit, Medizin, Psychologie, Natur, Naturgarten, Garten, Hortus, Insektensterben, Artenvielfalt, Permakultur, Blumenwiese
16911
wp-singular,post-template-default,single,single-post,postid-16911,single-format-standard,wp-theme-bridge,wp-child-theme-bridge-child,bridge-core-3.1.1,qode-page-transition-enabled,ajax_fade,page_not_loaded,,vertical_menu_enabled,qode-title-hidden,side_area_uncovered_from_content,footer_responsive_adv,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-30.0.1,qode-theme-bridge,disabled_footer_top,qode_header_in_grid,wpb-js-composer js-comp-ver-7.9,vc_responsive

27 – Bäume beim Frisör

14. Dezember 2025

Bäume beim Frisör

Einmal im Jahr hole ich mir Baumpfleger in den Garten, um jeweils zwei von meinen insgesamt sieben Bäumen fachgerecht beschneiden zu lassen. Diesmal war der fast ganz unter Efeu verschwundene Apfelbaum dran und die große Hasel, die rundherum etwa zwei Meter lassen musste. In beiden Fällen ist der Schnitt wichtig, um sie möglichst lange zu erhalten. Einer der Baumpfleger zeigte mir, dass einige der dicken Stämme der Hasel so morsch waren, dass sie schon mit einem gezielten Ruck nachgaben. Es braucht Licht und Luft, damit junge Äste nachkommen können.

Die beiden machten sich an ihre Arbeit, ich an meine. Wenn ich den Blick vom Bildschirm zum Fenster wandte, konnte ich sehen, wie vorsichtig sie vorgingen: Kein Ast landete auf einem der Reisighaufen, in denen sich erst vor wenigen Tagen die Igel zum Schlafen verkrümelt hatten. Nachdem der Job getan war, musste ich allerdings trotzdem schlucken: Der Haufen an Schnittgut war (und ist) riesig! Ich hatte ausdrücklich gewünscht, dass es nicht abtransportiert wird, aber… uff.

Die beiden Baumpfleger bei der Arbeit. Damit es kein Suchbild wird, habe ich Pfeile in das Bild gemalt. Die Leiter zeigt, wie hoch hinaus die Männer klettern mussten.

Das Angebot, dass ich auch später noch was wegschaffen lassen könnte, holte mir das Herz wieder aus der Hose. Gestern dann hatte ich zum ersten Mal Zeit, mich an die Aufgabe heranzurobben (so viel zum Thema Winterruhe für Gärtnerinnen und Gärtner). Ast um Ast zog ich aus dem Haufen, schnitt von den geraden dicken all die Seitenzweige ab und legte sie für diverse Projekte zur Seite. Das dünnere Zeug wird die diversen Haufen und Benjeshecken im Garten bereichern.

Nach einer guten Stunde Arbeit war der Haufen kein bisschen kleiner als vorher, da werde ich noch eine Weile beschäftigt sein. Aber das macht nichts: So haben die Vögel, denen ja auf einen Schlag eine ganze Menge Habitat weggenommen wurde, für eine Weile noch alternative Sitzplätze. Bisher habe ich allerdings noch nicht gesehen, dass sie das Angebot auch nutzen würden. Trotzdem finde ich es schön, dass das hier gewachsene Material in meinem Garten bleibt und auch nicht gehäckselt wird.